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Dein Ziel? 5 *

... Santi wohnte in China. Santi war sehr klein für ihr Alter, schmächtig, zart und leider auch blind. Es war ein grosses Glück für sie, dass ihr älterer Bruder sie von ganzem Herzen liebte. Sobald er abends seine Arbeit beendet hatte, setzte er sich zu der kleinen Santi und vertrieb ihr die Zeit. Dann erzählte er ihr, was er tagsüber erlebt hatte, und gab ihr auf all ihre Fragen geduldig Antwort. Was sie nicht verstand, versuchte er ihr zu erklären. Oft sagte er ihr: «Kleine Schwester, sei nicht traurig, ich bin dein Auge.» Und einmal erwiderte Santi: «O Fong, ich möchte so gern einmal etwas sehen, was du noch nicht gesehen hast, und es dir dann erklären.» «Das wird wohl nie möglich sein», meinte Fong nach einigem Nachdenken.
Als Fong zehn Jahre alt geworden war, reiste er für die Sommermonate zu seinem Onkel. Er sollte dort bei der Ernte helfen. Diese Zeit wurde der kleinen Santi recht lang. Die Mutter hatte zu viel Arbeit, um sich mit ihrem Töchterchen zu beschäftigen, und Vater war von früh bis spät von zu Hause fort. So sass Santi oft recht traurig auf ihrem Schemelchen, und oft dachte sie: «Wenn ich doch einmal etwas erleben würde, was ich Fong bei seiner Rückkehr erzählen könnte!» Als sie nun eines Tages wieder einmal wie gewöhnlich vor der Haustür sass, hörte sie eine fremde Stimme reden. Und da rief auch schon die Mutter: «Santi, du bekommst Besuch!» ...


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